Johanna Ebner

Der Ball und das Loch haben immer noch dieselbe Größe

Die Villacherin Johanna Ebner ist seit kurzem nicht mehr Amateurin, sondern Golf-Pro.

Neo-Golf-Profi Johanna Ebner ist schwer mit Gleichaltrigen vergleichbar. Selten trifft man auf junge Frauen, die dermaßen konsequent, bodenständig und professionell ein Ziel verfolgen wie sie. Noch dazu mit einer besonders sympathischen Art.

Vor kurzem nahm sie sich die Zeit, DOLCEVITA.NEWS ein exklusives Interview zu geben.

Fotocredit © Johanna Ebner

Auf einen Aperitivo mit Johanna Ebner

Johanna, was fasziniert dich von klein auf am Golfsport?

Schon als Kind war ich von nahezu jeder Sportart begeistert. Ob Basketball, Skifahren, Tischtennis oder Tanzen – Ich durfte vieles ausprobieren und war immer voller Freude dabei. Mit vier Jahren hielt ich dann zum ersten Mal einen Golfschläger in der Hand. Die Faszination dafür war sofort spürbar: Ich liebte es, gemeinsam mit meiner Familie Zeit in der Natur zu verbringen, und für unsere kleinen internen Matches war ich immer hochmotiviert.

Rund um mein zehntes Lebensjahr entdeckte ich schließlich meine Leidenschaft für das selbstständige Training. Ich erkannte früh, dass ich durch gezielte Übung mein Potenzial Schritt für Schritt entfalten kann und dass mir gerade dieses kontinuierliche Arbeiten unglaublich viel Freude bereitet.

Was mich am Sport bis heute besonders fasziniert, ist die Tatsache, dass es keine Grenzen gibt: Man kann sich ständig weiterentwickeln und seinem eigenen Maximum immer näherkommen. Sport bedeutet für mich, das volle Potenzial auszuschöpfen und dabei über sich selbst hinauszuwachsen.

Fotocredit © Johanna Ebner

Wie wichtig war deine Zeit in den USA für deine persönliche und sportliche Entwicklung?

Meine Zeit in den USA war unglaublich prägend. Ich genoss es sehr, in einem Umfeld zu leben, in dem ich mich voll und ganz auf meine sportliche, akademische und persönliche Entwicklung konzentrieren konnte. Die Rolle als „Student-Athlete“ war enorm anspruchsvoll, weil man im Grunde zwei Full-Time-Jobs gleichzeitig bewältigt – Studium und Spitzensport. Genau diese Herausforderungen haben mich jedoch wachsen lassen. Ich habe gelernt, Verantwortung zu übernehmen, mit Druck umzugehen und meine Ziele noch konsequenter zu verfolgen.

Welche Eigenschaften unterscheiden dich gravierend von anderen Spielerinnen?

Ich sehe mich als sehr zielstrebige, fokussierte und kämpferische Athletin. Von meinen Eltern habe ich starke Werte übernommen, die mich zu der disziplinierten und hart arbeitenden Person gemacht haben, die ich heute bin. Auch mein Mindset ist besonders: Ich wollte schon früh mehr als „Durchschnitt“ sein. Ich arbeite jeden Tag daran, mich in allen Bereichen weiterzuentwickeln – sportlich, körperlich und mental.

,,Ich wollte schon früh mehr als ,Durchschnitt' sein."

Wie herausfordernd ist der Sprung vom Amateurbereich ins Profilager?

Der Schritt selbst fühlte sich für mich nicht einschüchternd an. Für mich war klar, dass ich nach meiner Rückkehr aus den USA ins Profilager wechseln würde. Ich fühlte mich bereit, daher hat mich die Entscheidung nie gestresst. Oft sage ich scherzhaft zu meinen Teamkolleginnen: „Der Ball und das Loch haben immer noch dieselbe Größe.“

Die eigentlichen Herausforderungen liegen abseits des Golfplatzes: Jetzt bin ich selbstständig, muss meine eigenen Rechnungen verwalten, Buchhaltung führen, Sponsoren finden und Partnerschaften aufbauen. Im Profisport beginnt man plötzlich ein eigenes Unternehmen zu führen, und das fordert Lernen, Organisation und Mut.

Welche sportlichen Ziele hast du dir für 2026 gesetzt?

Da ich bei der „Ladies European Tour Qualifying School“ in Marokko nicht wie erhofft performt habe, werde ich 2026 auf der „Ladies European Access Tour“ spielen. Am Ende der Saison erhalten die besten Spielerinnen Startrechte für die „Ladies European Tour“.

Mein großes Ziel für das kommende Jahr ist es, mir genau dieses Tour-Ticket für 2027 zu sichern.

Fotocredit © Johanna Ebner

Wie wichtig ist deine Familie für deine bisherigen Erfolge?

Meine Familie ist der Hauptgrund dafür, dass ich heute hier stehe. Sie hat meine Begeisterung für Golf vom ersten Tag an erkannt und mich über viele Jahre organisatorisch und finanziell unterstützt. Sie hat mir vertraut, mir Rückhalt gegeben und an meine Entscheidungen geglaubt. Ohne sie wäre dieser Weg nicht möglich gewesen.

Wodurch könnten potenzielle Sponsoren am meisten profitieren, wenn sie dich unterstützen?

Ich sehe mich selbst als eine spannende „junge Aktie“. Ich habe über zehn Jahre intensiv auf meine Profi-Laufbahn hingearbeitet und stehe jetzt am Beginn meiner professionellen Karriere. Unternehmen können sich ab sofort mit meinem Namen, meiner Entwicklung und meinem sportlichen Erfolg verbinden.

Ich bin jung, dynamisch und stehe für Werte wie Qualität, Leistungsbereitschaft und Professionalität. Durch meine sportliche Reise, meine Persönlichkeit und meine mediale Präsenz eröffnen sich attraktive Möglichkeiten für Sponsoren – von Imagegewinnen bis hin zu einem langfristigen Markenaufbau an meiner Seite.